Gesund beginnt im Mund – kau dich fit!

Am 25. September ist Tag der Zahngesundheit. 2026 dreht sich alles um etwas, das wir jeden Tag ganz selbstverständlich tun: Kauen. Doch kräftig und schmerzfrei kauen zu können, ist weit mehr als eine Voraussetzung fürs Essen. Kaufähigkeit beeinflusst Ernährung, Muskulatur, Genuss und Lebensqualität – vom ersten festen Bissen bis ins hohe Alter.

Heute schon ordentlich gekaut?

Zähneputzen? Klar. Zahnseide? Hoffentlich. Regelmäßig zum Zahnarzt? Unbedingt.

Aber wann haben Sie zuletzt darüber nachgedacht, wie gut Sie eigentlich kauen können?

Vermutlich noch nie.

Dabei leisten Zähne, Kiefer, Kaumuskulatur und Kiefergelenke jeden Tag erstaunliche Arbeit. Ein Apfel, eine Karotte, ein kräftiges Stück Brot oder ein paar Nüsse stellen unseren Kauapparat vor ganz andere Aufgaben als Joghurt, Pudding oder weich verarbeitetes Essen.

Und genau darum geht es beim Tag der Zahngesundheit am 25. September 2026.

Das diesjährige Motto lautet:

„Gesund beginnt im Mund – Kau dich fit!“

Der bundesweite Aktionstag möchte damit auf eine Fähigkeit aufmerksam machen, die wir häufig erst dann wahrnehmen, wenn sie plötzlich nicht mehr richtig funktioniert.

Denn ohne Schmerzen und Schwierigkeiten essen zu können, ist nicht nur angenehm. Gute Kaufähigkeit ist eine wichtige Voraussetzung für eine abwechslungsreiche Ernährung und damit auch für körperliche Gesundheit und Lebensqualität.

Kauen ist tatsächlich Training

Unsere Kaumuskulatur funktioniert grundsätzlich nicht anders als andere Muskeln unseres Körpers:

Sie braucht Arbeit.

Der Aktionskreis zum Tag der Zahngesundheit weist deshalb darauf hin, dass regelmäßiges Kauen dazu beiträgt, die Muskulatur des Kiefers zu fordern. Eine gut funktionierende Kaumuskulatur wiederum ermöglicht es uns, auch Lebensmittel zu essen, die mehr Kauleistung verlangen.

Das klingt banal – hat aber interessante Konsequenzen.

Denn unsere moderne Ernährung wird immer weicher.

Viele hochverarbeitete Lebensmittel sind so hergestellt, dass wir sie schnell und mit möglichst wenig Kauaufwand essen können. Genau diesen Trend greift der Tag der Zahngesundheit 2026 kritisch auf.

Vielleicht ist also ausgerechnet das, was Essen besonders bequem macht, für unseren Kauapparat nicht immer besonders spannend.

Apfel gegen Apfelmus: Unser Kiefer merkt den Unterschied

Wie stark die Konsistenz eines Lebensmittels unser Kauverhalten beeinflusst, lässt sich tatsächlich wissenschaftlich messen.

Eine Studie untersuchte beispielsweise die Kieferbewegungen und Muskelaktivität von Kindern zwischen drei und 17 Jahren beim Kauen unterschiedlich harter Testlebensmittel.

Dabei zeigte sich, dass Kinder ihr Kauverhalten im Laufe ihrer Entwicklung zunehmend an unterschiedliche Lebensmittelhärten anpassen. Erst im Jugendalter ähnelte dieses Anpassungsverhalten dem von Erwachsenen.

Eine ganz aktuelle wissenschaftliche Übersichtsarbeit aus Juli 2026 hat die bisherige Forschung zu diesem Thema bei Kindern zusammengefasst. Das Ergebnis: Mit zunehmender Härte der Nahrung steigen unter anderem die Zahl der Kaubewegungen und die Aktivität der Kaumuskulatur.

Das heißt natürlich nicht, dass Kinder nun möglichst harte Lebensmittel bekommen sollen.

Aber es zeigt:

Unterschiedliche Konsistenzen fordern unser Kausystem unterschiedlich.

Und genau diese Vielfalt ist interessant.

Originalstudie zum Einfluss der Nahrungshärte auf das Kauverhalten von Kindern

Gerade bei Kindern beginnt „Kau dich fit“ ziemlich früh

Damit bekommt das diesjährige Motto auch für Eltern eine interessante Bedeutung.

Kinder müssen Kauen lernen und entwickeln ihre Fähigkeiten über viele Jahre weiter. Ernährung bedeutet deshalb nicht nur Vitamine, Mineralstoffe, Eiweiß, Kohlenhydrate und Fett.

Lebensmittel haben auch eine Struktur.

Knackig, weich, faserig, fest, körnig – unser Mund muss damit umgehen.

Eine abwechslungsreiche, altersgerechte Ernährung bietet deshalb auch unterschiedliche Herausforderungen für Zähne, Zunge und Kaumuskulatur.

Natürlich spielt gleichzeitig die Zahngesundheit eine entscheidende Rolle. Ein Kind, das aufgrund von Karies Schmerzen beim Kauen hat, wird bestimmte Lebensmittel möglicherweise meiden.

Regelmäßige Vorsorge beginnt deshalb schon bei den Kleinsten.

Auf unserer Parcside-Website erfahren Eltern mehr über unsere Kinderzahnmedizin und die Möglichkeiten, Kinder früh an einen entspannten Umgang mit Zahngesundheit heranzuführen.

Kauen bedeutet auch Genuss

Dieser Aspekt wird bei all der Gesundheitswissenschaft manchmal vergessen.

Ein knackiger Apfel.

Die Kruste eines guten Brotes.

Eine geröstete Nuss.

Knackiges Gemüse.

Viele Geschmackserlebnisse entstehen nicht nur über unsere Geschmacksknospen. Auch Konsistenz, Temperatur, Widerstand und das Geräusch beim Kauen beeinflussen, wie wir Essen erleben.

Kauen ist Lebensqualität.

Das merkt man häufig erst, wenn es plötzlich schwierig wird.

Ein schmerzender Zahn, eine schlecht sitzende Prothese, eine Zahnlücke im Seitenzahnbereich oder Probleme mit dem Kiefergelenk können dazu führen, dass bestimmte Lebensmittel gemieden werden.

Aus:

„Das esse ich gerne.“

wird irgendwann:

„Das kann ich leider nicht mehr kauen.“

Genau das möchten wir mit moderner Zahnmedizin möglichst verhindern.

Wenn der Apfel irgendwann vom Speiseplan verschwindet

Besonders interessant wird das Thema deshalb im höheren Lebensalter.

Eine systematische wissenschaftliche Übersichtsarbeit von 2024 untersuchte den Zusammenhang zwischen Kaufunktion und gesundheitlichen Problemen bei Menschen ab 65 Jahren.

Die Forschenden fanden Zusammenhänge zwischen eingeschränkter Kaufunktion und verschiedenen ungünstigen gesundheitlichen Entwicklungen, darunter Gebrechlichkeit (Frailty), Sarkopenie und Mangelernährung. Die Studienlage ist nicht in allen Punkten einheitlich und beweist nicht automatisch Ursache und Wirkung – sie zeigt aber, wie relevant die Kaufähigkeit für die Gesundheit im Alter sein kann.

Eine weitere systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse aus 2026 beschäftigt sich ausdrücklich mit dem Zusammenhang zwischen Kauleistung und Gebrechlichkeit im Alter.

Wissenschaftliche Übersichtsarbeit zu Kaufunktion und Gesundheit im Alter

Das ergibt auch ganz praktisch Sinn.

Wer beispielsweise harte oder faserreiche Lebensmittel nicht mehr kauen kann, verändert häufig seinen Speiseplan.

Nüsse werden weggelassen.

Rohkost wird schwieriger.

Ein knackiger Apfel wird durch Apfelmus ersetzt.

Fleisch oder festere pflanzliche Proteinquellen werden gemieden.

Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass daraus eine Mangelernährung entsteht. Aber eine eingeschränkte Kaufunktion kann die Lebensmittelauswahl einschränken.

Und damit wird aus einem vermeintlich reinen Zahnproblem plötzlich ein Ernährungsthema.

Deshalb möchten wir Ihre eigenen Zähne möglichst lange behalten

Genau hier passt das diesjährige Motto sehr gut zu unserem Verständnis von Zahnmedizin bei Parcside Dental am Nürnberger Stadtpark.

Unser Ziel ist nicht, einen Zahn erst dann zu behandeln, wenn er Probleme macht.

Wir möchten Erkrankungen möglichst früh erkennen und natürliche Zähne langfristig erhalten.

Dazu gehört unser Zahngesundheitskonzept ebenso wie regelmäßige Kontrollen und individuell abgestimmte Vorsorge.

Denn jeder erhaltene funktionierende Zahn trägt auch dazu bei, dass Sie weiterhin kräftig zubeißen können.

Und wenn ein Zahn trotz aller Bemühungen nicht erhalten werden kann?

Dann geht es darum, die Funktion wiederherzustellen.

Fehlende Zähne sind deshalb mehr als ein ästhetisches Problem

Gerade bei einem fehlenden Seitenzahn denken manche Menschen:

Den sieht doch sowieso niemand.

Für die Kaufunktion kann er trotzdem wichtig sein.

Fehlen mehrere Zähne, kann sich die Belastung auf die verbleibenden Zähne verändern. Je nach individueller Situation können deshalb unterschiedliche Formen von Zahnersatz infrage kommen.

Auch Implantate können eine Möglichkeit sein, fehlende Zähne zu ersetzen und Kaufunktion wiederherzustellen.

Welche Lösung sinnvoll ist, lässt sich allerdings nicht pauschal beantworten. Zahnstatus, Knochenangebot, Allgemeingesundheit und persönliche Wünsche müssen gemeinsam betrachtet werden.

Genau deshalb gibt es bei Parcside Dental nicht „den einen Zahnersatz für alle“, sondern individuelle Lösungen.

Und was, wenn Kauen weh tut?

Dann sollte man nicht versuchen, den Kiefer einfach „fit zu kauen“.

Schmerzen sind ein Signal.

Dahinter können beispielsweise stecken:

  • Karies,
  • eine Entzündung des Zahnnervs,
  • Probleme mit einer Füllung oder Krone,
  • Parodontitis,
  • schlecht sitzender Zahnersatz,
  • Probleme der Kaumuskulatur oder
  • Beschwerden des Kiefergelenks.

Auch CMD – Craniomandibuläre Dysfunktion – kann mit Schmerzen beim Kauen, Verspannungen oder Beschwerden im Kieferbereich einhergehen.

In solchen Fällen geht es zunächst darum, die Ursache herauszufinden.

Ein Kiefer, der Beschwerden macht, braucht keine zusätzliche Trainingschallenge mit möglichst hartem Kaugummi.

Er braucht eine vernünftige Diagnose.

Apropos Kaugummi: Kann man sich damit tatsächlich „fit kauen“?

Das Motto lädt natürlich geradezu zu dieser Frage ein.

Zuckerfreies Kaugummi fordert die Kaumuskulatur und regt gleichzeitig den Speichelfluss an.

Speichel wiederum ist für unsere Mundgesundheit ausgesprochen wichtig: Er neutralisiert Säuren, unterstützt die Remineralisation des Zahnschmelzes und hilft dabei, Nahrungsreste aus dem Mund zu entfernen.

Trotzdem ist Kaugummi kein Ersatz für Zähneputzen.

Und wer unter Kiefergelenksproblemen oder Schmerzen der Kaumuskulatur leidet, sollte exzessives Kaugummikauen vermeiden beziehungsweise die Beschwerden zunächst abklären lassen.

Mehr hilft eben auch beim Kauen nicht automatisch mehr.

Und jetzt? Müssen wir alle Karotten knabbern?

Nein.

Aus dem Motto „Kau dich fit“ sollte keine neue Gesundheitsreligion werden.

Es geht nicht darum, Lebensmittel nach ihrem Härtegrad zu sortieren oder jeden Bissen 50-mal zu zählen.

Die schönere Botschaft des diesjährigen Tags der Zahngesundheit ist viel einfacher:

Nutzen wir unsere Zähne.

Essen wir abwechslungsreich.

Genießen wir unterschiedliche Konsistenzen.

Achten wir darauf, wenn Kauen plötzlich schwieriger wird.

Und kümmern wir uns darum, unsere Zähne möglichst lange gesund und funktionsfähig zu erhalten.

Denn Zahngesundheit bedeutet eben nicht nur:

„Ich habe kein Loch.“

Zahngesundheit bedeutet auch:

Ich kann essen, was mir schmeckt.

FAQ zum Tag der Zahngesundheit 2026

Wann ist der Tag der Zahngesundheit?

Der Tag der Zahngesundheit findet jedes Jahr am 25. September statt. Seit 1991 macht der bundesweite Aktionstag auf unterschiedliche Aspekte der Mundgesundheit aufmerksam.

Wie lautet das Motto 2026?

„Gesund beginnt im Mund – Kau dich fit!“ Im Mittelpunkt steht die Bedeutung einer guten Kaufähigkeit vom Kindesalter bis ins hohe Alter.

Trainiert Kauen wirklich die Kaumuskulatur?

Kauen aktiviert die beteiligten Muskeln. Untersuchungen zeigen auch, dass härtere Lebensmittel andere beziehungsweise stärkere Muskelaktivitäten hervorrufen als weiche Lebensmittel. Daraus sollte allerdings kein extremes „Kiefertraining“ abgeleitet werden.

Sind harte Lebensmittel automatisch gesünder?

Nein. Die Konsistenz allein sagt nichts über den gesundheitlichen Wert eines Lebensmittels aus. Ein harter zuckerhaltiger Snack wird nicht dadurch gesund, dass man kräftig darauf kauen muss.

Ist Kaugummikauen gut für die Zähne?

Zuckerfreies Kaugummi kann den Speichelfluss anregen. Es ersetzt aber weder Zähneputzen noch die Reinigung der Zahnzwischenräume.

Warum ist Kaufähigkeit im Alter so wichtig?

Eine eingeschränkte Kaufunktion kann die Auswahl der Lebensmittel erschweren. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen Zusammenhänge zwischen schlechter Kaufunktion und gesundheitlichen Faktoren wie Mangelernährung und Gebrechlichkeit im höheren Alter.

Was mache ich, wenn ich nur noch auf einer Seite kauen kann?

Das sollte zahnärztlich untersucht werden. Häufig wird eine Seite bewusst oder unbewusst gemieden, weil dort ein Zahn empfindlich ist, Zahnersatz Probleme verursacht oder andere Beschwerden bestehen.

Fazit: Unsere Zähne sind zum Benutzen da

Der Tag der Zahngesundheit 2026 erinnert uns an etwas, das im Alltag fast untergeht:

Unsere Zähne sollen nicht einfach nur schön aussehen.

Sie sollen funktionieren.

Wir brauchen sie zum Abbeißen, Zerkleinern und Kauen. Sie ermöglichen uns eine abwechslungsreiche Ernährung und tragen damit ganz unmittelbar zu Genuss und Lebensqualität bei.

Das beginnt bei Kindern, die das Kauen erst lernen und immer komplexere Bewegungsabläufe entwickeln. Und es reicht bis ins hohe Alter, wenn der Erhalt der eigenen Zähne und einer guten Kaufunktion zunehmend wichtig für Ernährung und Selbstständigkeit werden kann.

Vielleicht ist der 25. September deshalb ein guter Anlass für einen kleinen Selbsttest:

Wann haben Sie zuletzt herzhaft in einen knackigen Apfel gebissen?

Wenn die Antwort lautet: „Heute“ – wunderbar.

Wenn die Antwort lautet: „Das geht bei mir schon länger nicht mehr“ – dann sollten wir vielleicht einmal schauen, warum.

Bei Parcside Dental am Stadtpark in Nürnberg möchten wir dazu beitragen, dass Sie Ihre Zähne nicht nur möglichst lange behalten, sondern auch möglichst lange gut mit ihnen leben, lachen, genießen – und natürlich kräftig zubeißen können.

In diesem Sinne: Kau dich fit!

Zum Weiterlesen

Der Tag der Zahngesundheit 2026 stellt bis zum 25. September weitere Informationen zum diesjährigen Schwerpunkt bereit. Wissenschaftlich interessant sind außerdem die Originalstudie zum Kauverhalten bei Kindern und die systematische Übersichtsarbeit zur Kaufunktion im höheren Lebensalter.

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