Cannabis und Mundgesundheit: Erhöht der Konsum das Risiko für Parodontitis und Karies?

Aktuelle Studien zeigen, dass regelmäßiger Cannabis­konsum mit einem deutlich höheren Risiko für Zahnfleisch- und Zahnbetterkrankungen verbunden ist. Wir erklären, was dahinter steckt – und wie Sie Ihre Mundgesundheit schützen können.


Der Zusammenhang zwischen Cannabis­konsum und Mundgesundheit

Der Konsum von Cannabis – ob geraucht, verdampft oder in anderen Formen – gewinnt in vielen Teilen der Gesellschaft an Bedeutung. Doch auch in der Zahn- und Mundgesundheit rückt dieses Thema zunehmend in den Fokus: Studien zeigen einen Zusammenhang zwischen regelmäßigem Cannabis­gebrauch und einem erhöhten Risiko für Erkrankungen des Zahnfleisches (Gingivitis) und des Zahnbetts (Parodontitis). dginet.de+2DG PARO+2

Eine systematische Übersicht und Meta­analyse aus dem Jahr 2019 fasste Daten aus Studien mit insgesamt über 13.000 Personen zusammen und kam zu dem Ergebnis: Der Gebrauch von Cannabis war mit einer höheren Prävalenz von Parodontitis verbunden (PR 1,12; 95 % CI [1,06-1,19]) in den eingeschlossenen Studien. PubMed

Die Gründe dafür sind vielschichtig: Cannabis­rauch ähnelt in vieler Hinsicht Tabakrauch – er enthält Schadstoffe, führt zu Mundtrockenheit (Xerostomie), beeinträchtigt die Immunantwort im Mundraum und fördert die Bildung von Plaque und Biofilm. ADA+1


Was sagen die Studien konkret?

Eine Studie aus Neuseeland mit rund 900 Teilnehmenden zeigte: Regelmäßige Haschisch- oder Marihuana­raucher hatten deutlich häufiger Zahnfleisch­rückgang und Parodontitis als Nichtkonsument*innen – selbst nach Berücksichtigung des Tabakkonsums. Wissenschaft

Andere Untersuchungen berichten, dass Cannabis­raucher ein bis zu dreifach erhöhtes Risiko für schwere Parodontitis haben. deltadental.com

Ein Informationsblatt der deutschen Fach­gesellschaften (z. B. Deutsche Gesellschaft für Parodontologie DG PARO) weist darauf hin, dass Cannabis­konsum als Risikofaktor für frühe Parodontitis­entwicklung gilt – insbesondere bei jungen Menschen. DG PARO


Warum beeinflusst Cannabis die Mundgesundheit so stark?

1. Mundtrockenheit (Xerostomie)

Cannabis­gebrauch führt oft zu vermindertem Speichelfluss. Speichel hat jedoch zentrale Aufgaben: Er spült Bakterien und Nahrungsreste aus, remineralisiert Zahnschmelz und puffert Säuren. Ohne ausreichend Speichel steigt das Risiko für Karies und Zahnfleischentzündung. ADA+1

2. Plaque- und Biofilm­bildung

Rauch oder Verdampfen von Cannabis setzen die Mundschleimhaut und das Zahnfleisch unter Stress: Die Mikrozirkulation wird reduziert, die Immunabwehr lokal abgeschwächt, sodass Biofilm schneller wächst und Parodontitis gefördert werden kann. PMC+1

3. Schadstoffe und Entzündungen

Cannabis-Rauch enthält zahlreiche chemische Verbindungen, die mit Schäden an Hart- und Weichgewebe in Verbindung gebracht werden. Diese Zell­toxizität kann das Zahnfleisch abbauen und Entzündungen fördern.

4. Wechselwirkungen mit anderen Risikofaktoren

Cannabis­konsum geht häufig mit anderen Risikofaktoren einher – wie z. B. Tabakkonsum, schlechter Mundhygiene oder unzureichender Prophylaxe. Das summiert die Risiken. Studien zeigen, dass bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen der Beginn der Parodontitis früher auftritt, wenn Cannabis konsumiert wird. DG PARO


Was bedeutet das für Ihre Zahnpflege?

Auch wenn der Konsum von Cannabis nicht automatisch Zahn- und Zahnfleischerkrankungen verursacht, zeigt die Datenlage: Das Risiko ist real und nicht vernachlässigbar.

In unserer Praxis Parcside Dental in Nürnberg am Stadtpark legen wir Wert auf eine frühzeitige Risikoanalyse und individuelle Prophylaxe. Wenn Sie Cannabis konsumieren (gerade häufig oder regelmäßig), empfehlen wir:

  • Eine gründliche Mundhygiene mit Fokus auf Zwischenräume und Zahnfleisch.

  • Regelmäßige Kontrollen und professionelle Zahn­reinigung. → Zur Prophylaxe bei Parcside Dental

  • Spezielle Hinweise bei Speichel­mangel – Trinkroutine, zuckerfreie Kaugummis oder Speichel­ersatzmittel.

  • Offenheit im Gespräch: Teilen Sie uns Ihre Mundgewohnheiten mit – so können wir präventiv arbeiten.


FAQ – Häufige Fragen rund um Cannabis und Mundgesundheit

F: Muss ich meine Zahngesundheit fürchten, wenn ich gelegentlich Cannabis konsumiere?
A: Nicht unbedingt. Studien zeigen vor allem bei häufigem oder langfristigem Konsum ein erhöhtes Risiko. Gelegentlicher Konsum scheint weniger stark mit Problemen korreliert.

F: Ist Rauchen die einzige Gefahr – gelten die Risiken auch für Vaporizen oder Esswaren?
A: Die Forschung zeigt vor allem Daten für gerauchten oder verdampften Cannabis. Obwohl Esswaren weniger direkte HIT von Hitze und Rauch haben, kann Mundtrockenheit und veränderte Gewohnheiten trotzdem wirken.

F: Kann der Schaden rückgängig gemacht werden?
A: Teilweise ja. Gute Mundhygiene, Prophylaxe und Speichel­optimierung können Schäden eindämmen. Bereits etablierte Parodontitis erfordert jedoch zahnärztliche Therapie.

F: Was gilt speziell für Implantate?
A: Cannabis und auch Tabak steigern laut Studien das Risiko für Peri-Implantitis (Entzündung rund um ein Implantat). Hier ist eine besonders intensive Prophylaxe nötig. Glidewell Dental


Fazit

Die Forschung zeigt klar: Regelmäßiger Cannabis­konsum kann die Mundgesundheit nachhaltig beeinflussen, indem er Parodontitis- und Kariesrisiken erhöht. In der Zahnmedizin zählt Prävention zu den Schlüsselfaktoren – je früher Risiken erkannt und adressiert werden, desto besser das Ergebnis.

Bei Parcside Dental stehen wir Ihnen mit modernem Wissen, individueller Beratung und professioneller Prophylaxe zur Seite – damit Ihre Zähne und Ihr Zahnfleisch auch unter besonderen Lebensbedingungen stark bleiben.
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